Beispiele Öffentlicher Dienst

Leuchttürme der Betrieblichen Gesundheitsförderung

Beispiele guter Praxis im Öffentlichen Dienst

Der Öffentliche Dienst hat es leichter mit der BGF. – Wirklich?? Lesen Sie die gut gemachte DNBGF-Broschüre.

Klicken Sie zur Broschüre: "Leuchttürme der Betrieblichen Gesundheitsförderung"DNBGF – das Deutsche Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung ist mit 800 Mitgliedern eine erste Adresse beim Thema BGF, mit ungezählten Berichten, Fakten, Veranstaltungen und Broschüren. Eine 48-seitige Broschüre “Leuchttürme” (Stand 2008) spiegelt in zahlreichen Interviews die Situation im Öffentlichen Dienst wider. Die hier geschilderten Erfahrungen lassen sich gewiss auch andernorts und in anderen Branchen verwerten.

Eine Erkenntnis lautet: Es kann kein universell anwendbares Konzept für BGF geben, nach dem Motto “one size fits all”. Die reichlich vorliegenden wissenschaftlichen wie auch praktischen Erfahrungen müssen individuell in jedes Unternehmen integriert werden. Und: Erfreulicherweise wird die Grundsatzfrage: “Brauchen wir das überhaupt?” heute nicht mehr gestellt.

BGF im Öffentlichen Dienst ist eine Pflichtaufgabe, die Autoren sind sich allerdings dessen bewusst, dass es viele “schwer erreichbare” Zielgruppen für BGF gibt, auch im privaten Bereich. Einige Arbeitgeber, wie z. B. oberste Bundesbehörden, machen die Einführung von BGF zu einer verbindlichen Aufgabe ihrer Dienststellen.

Stimmen aus der DNBFG-Broschüre “Leuchttürme”

Beim Lesen der Broschüre fällt auf, dass sich anfangs die Führungskräfte oft querstellten, wenn es um die Einführung von BGF geht. Die oberste Leitung muss dahinter stehen, sonst wird es nichts. Wichtig ist eine gute Kommunikation zu Beginn, aber auch zwischendurch. Man muss dafür Sorge tragen, dass das Unternehmen und die Belegschaft – jeder aus seiner Blickrichtung – BGF nicht als reines Mittel zum Drücken des Krankenstandes missverstehen.

“Wir haben schon vor Jahren festgestellt, dass in der Regel der Krankenstand dort niedrig ist, wo die Mitarbeiter mit ihrer Arbeitssituation, mit der Unterstützung durch ihre Kolleginnen und Kollegen und insbesondere mit dem Verhalten der Vorgesetzten zufrieden sind.”

“Interessant sind Untersuchungen, die belegen, dass sich soziale Unterstützung durch Vorgesetzte (zuhören, Rücken stärken, Fehler verzeihen usw.) positiv auf die Häufigkeit psychosozialer Beschwerden auswirken, oder dass es einen engen Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen und Betriebsklima gibt.”

“Es geht nicht um Gesundheitsmanagement nur für Ältere. BGM hilft, dass alle Beschäftigten trotz hoher Belastungen fit bleiben.”

“Die BGF ist nur dann erfolgreich, wenn in diesem Konzept eine gute Fehlerkultur gelebt wird.”

“Ein kurioser, periodisch vorkommender Anfangsfehler ist immer wieder die monokausale Betrachtungsweise von BGF, wenn es um die Reduzierung von Fehlzeiten geht. Man muss als Gesundheitsförderer immer gucken, dass man nicht auf diese Schiene geschoben wird. Und die Frage, warum diese Fehlzeitendebatte immer wieder kommt? Das hat einfach damit zu tun, dass es sich um eine sehr leicht erfassbare Kennzahl handelt, die jeder Controller schon auf Knopfdruck aus SAP generieren kann.”

“Wenn Führungskräfte Ängste haben, sich auf die BGF einzulassen, dann ist sie nicht erfolgreich. D.h., man muss in der Anfangsphase sehr gut den Nutzen der BGF darstellen!”

“Oft stößt man bei der Einführund des neuen BGF-Konzepts auf eine Mauer des Unverständnisses. Das ist keine Ablehnung! Es ist einfach so, dass die Leute mit dem Plan nichts anfangen können, weil sie sich nicht damit auseinander gesetzt haben. da muss man eine gute Vorbereitung in der Startphase haben!”

“Das Formulieren von Zielen ist unabdingbar, weil wenn Sie in gesundheitsprojekten keine Ziele formulieren, können Sie sie hinterher die Ergebnisse nicht überprüfen!”

“Führungskräfte sagen immer häufiger: Ich möchte gerne die Anwesenheitsquote in meinem Bereich verbessern, denn ohne meine Leute kriege ich die Arbeit nicht geschafft.”

“Die Erkenntnis wächst, dass Gesundheit mehr ist als Ergonomie und Arbeitsschutz, was beides wichtig ist. Dass aber das Zwischenmenschliche auch gesund oder krank machen kann, ist relativ neu in vielen Köpfen.”

“Man sollte ganz klar oben bei den Führungskräften beginnen und sie vom Sinn der BGF überzeugen und nicht zunächst einzelne Angebote für alle Mitarbeiter in den Vordergrund stellen.”

“Die oberste Führung sollte klarmachen “wir stehen voll hinter der BGF!”

“Wertschätzung für die Leute muss im Vordergrund stehen, damit sie nicht das Gefühl haben, ‘denen geht es doch bloß darum, dass ich gesund bleibe’ (was wirklich mal ein Mitarbeiter gesagt hat, wo ich echt lachen musste).”

“Der fürsorgliche, an der Gesundheit interessierte Arbeitgeber wird sichtbar. Es ist faszinierend, wie viel Motivation dadurch erzeugt wird!”

“Gerade zu Beginn unserer Aktivitäten war es noch vergleichsweise mühsam, Führungskräfte für die Durchführung von Projekten der BGF zu gewinnen.”

“Zu Beginn eines jeden Projektes wird eine breite Informationskampagne gestartet. In diesem Kontext wird auch zur Mitarbeit aufgerufen.”

“BGF gibt es in den Verwaltungen nicht zum Nulltarif. Daher lohnt es sich, die politischen Entscheidungsträger dafür zu gewinnen, in das Thema zu investieren.”

“Humor muss dort eine Rolle spielen, wo geregelte Arbeitsabläufe sich verfestigen. So können die Menschen besser das alltägliche Erleben verarbeiten.”

“Vorbehalte gab es, wenn die BGF zu sehr mit der Fehlzeitenthematik verknüpft wurde. Bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestand die Sorge, dass die BGF für die reduzierung der Fehlzeiten instrumentalisiert wird. Heute gibt es auch immer wieder noch Vorbehalte gegenüber der BGF, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Glaubwürdigkeit der Ziele der BGM hinterfragen oder keinen konkreten Nutzen spüren.”

“Unsere Führungskräfte sind eine wichtige Zielgruppe im BGM, da sie Einfluss auf die Arbeitsbedingungen nehmen können. Mittlerweile haben wir zahlreiche Workshops für Führungskräfte erfolgreich durchgeführt.”

“Ohne die Akzeptanz der Führungskräfte bleibt BGM erfolglos.”

“Lieber Mitarbeiter, Du hast die Qualifikation, Qi Gong anzuleiten? Wenn Du es anbieten willst, kannst Du es anbieten. Es ist für Dich unter Umständen sogar Dienstzeit!”

“Was sind ‘Quick-Wins’? – Das sind schnelle Erfolge! Diese sind für den positiven Projektverlauf sehr wichtig, weil die Beschäftigten dann schnell sehen, dass sich durch das Projekt tatsächlich Veränderungen ergeben und sich etwas bewegt.”

“Insgesamt ist es sehr wichtig, dass der Projektleiter gerade zu Beginn des Projektes, aber auch im weiteren Verlauf einen engen Kontakt zu den Beschäftigten pflegt, sie zeitnah über alle wesentlichen Projektfortschritte informiert und dafür sorgt, dass schnell erste Maßnahmen umgesetzt werden.”

“Alle Sitzungen, Veranstaltungen und Gesundheitszirkel sind im Rahmen der Arbeitszeit durchgeführt worden.”

“Der Gesundheitstag sollte die Initialzündung für eine breit angelegte und von der Belegschaft akzeptierte BGF bei der Kreisverwaltung Unna sein.”

“In den letzten 10 Jahren ist das Durchschnittalter unserer Verwaltung signifikant auf nunmehr rund 41 Jahre gestiegen.”

“Künftig müssen weniger und dafür ältere Menschen die gleichen oder gar ansteigende Aufgabenraten bewältigen.”

“Es ist nicht nur Philanthropie, also der Wunsch, den Mitmenschen etwas Gutes zu tun, warum sich die Kreisverwaltung Unna mit BGF beschäftigt, sondern lupenreine personal- und betriebswirtschaftliche Motive spielen dabei eine ebenso gewichtige Rolle.”

“Die Kenntnisse, die bei den älteren Beschäftigten vorhanden sind, werden von den Unternehmen kaum genutzt.”

“Die Kommunen haben kein Jobrotationssystem entwickelt, das vorsieht, dass z.B. ein Müllwerker, der nach 20 Jahren ein kaputtes Kreuz hat, in einen anderen Bereich der Kommune versetzt wird.”

Dies sind Zitate, die im Zusammenhang gelesen werden sollten. Folgen Sie bitte dem oben genannten Link zur Originalbroschüre!

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