Psychische Gesundheit

Stress – Burnout – keine Lust zu gar nichts
Die Probleme werden größer!

In den letzten zehn Jahren ist der Anteil an psychischen Erkrankungen um fast 100 Prozent gestiegen. Der Trend hält ungebremst an. Die Firmen sind sich des Problems bewusst. Tun sie auch etwas dagegen? Investieren sie in Frühwarnsysteme? Planen sie Präventivmaßnahmen? - Lesen Sie die neuesten Nachrichten zuerst, die älteren weiter unten.

Die Mitglieder des BruchsalerForums sehen hier einen Handlungsbedarf, zum Wohle des Beschäftigten und des Unternehmens. Psychische Erkrankungen sind hartnäckig, sie dauern länger, als fast alle anderen Krankheiten, und und ihr Anteil ist im Steigen begriffen. Hier sollten betriebliche Maßnahmen ansetzen, noch vor der beliebten Rückenschule und der Fitnessecke, oder – mit anderen Worten – hier muss das Betriebliche Gesundheitsmanagement greifen und nicht so sehr eine Gesundheitsförderung, die sich auf punktuelle Einzelmaßnahmen beschränkt.

Die veröffentlichte Fachliteratur zu diesem Thema ist für den Laien schwer zu überschauen. An dieser Stelle werden Sie eine kleine Auswahl an Literaturstellen finden, die Ihnen evtl. weiterhelfen. Oft wird die Meinung vertreten, die Unternehmen hätten weniger ein Erkenntnisproblem, als vielmehr ein Umsetzungsproblem.

Typische psychische Belastungsfaktoren – und die Fehlzeiten steigen weiter!

  • Steigender Zeitdruck (Wettbewerb, Globalisierung)
  • Arbeitsverdichtung und Komplexität
  • Mobbing
  • Schikanöse Vorgesetzte
  • Mangelnde Anerkennung und Wertschätzung
  • Angst bei der Arbeit Fehler zu machen
  • Im Unternehmen mangelhaft ausgeprägte konstruktive Fehlerkultur
  • Angst um den Arbeitsplatz (z. B. “Sparkurs” angeordnet)
  • Arbeit und Freizeit nicht im Einklang (Work-Life-Balance)
  • Depressionen
  • Alkoholsucht
  • Drogensucht
  • Panikstörungen

Die zunehmende Komplexität und Dynamik in der globalisierten Arbeitswelt kann zu psychosozialen Beeinträchtigungen führen, zu psychisch bedingten Ausfällen, bis hin zum Burnout, oder zu einem Down-Shifting, einer bewussten, schonenden Leistungsreduzierung am Arbeitsplatz.

Claudia Flake: Psychische Belastungen am Arbeitsplatz – Ermittlung psychischer Belastung

(10. Juli 2011) Auf dem 6. BruchsalerForum hielt Claudia Flake vom Regierungspräsidium Gießen einen interessanten, detailreichen Vortrag über “Psychische Belastungen am Arbeitsplatz – Ermittlung psychischer Belastung”.  Da während ihres Vortrags die Diskussion im Vordergrund stand und nicht alle Folien gezeigt werden konnten, können Sie hier noch einmal den kompletten Vortrag nachlesen.

Kein Stress mit dem Stress | Qualitätskriterien für das betriebliche Gesundheitsmanagement im Bereich der psychischen Gesundheit

(8. April 2011) Herausgeber und Projektleitung: BKK Bundesverband, Kronprinzenstr. 6, 45128 Essen. Zur Website und mehr zum Thema psychische Gesundheit in der Arbeitswelt und zur PDF-Broschüre Kein Stress mit dem Stress – Qualitaetskriterien.

Die 16seitige PDF-Broschüre stellt den gegenwärtigen Stand (April 2011) der Arbeiten zur Entwicklung von Qualitätskriterien für das betriebliche Gesundheitsmanagement im Bereich der psychischen Gesundheit vor. Zitat aus den Grundlagen der Qualitätskriterien:

  • Organisationen, die die Managementprinzipien im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses auch in der betrieblichen Gesundheitsförderung anwenden, erzielen bessere Ergebnisse und entwickeln nachhaltige betriebliche Strukturen und Prozesse. (Anwendung der allgemeinen Managementprinzipien im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses).
  • Eine gesunde Organisation stellt Strukturen bereit, die die Führung auf allen Ebenen an mitarbeiterorientieren Prinzipien und Werten ausrichtet und in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unter Beteiligung der Beschäftigten weiterentwickelt. Darüber hinaus steuert die Organisation die Qualität gesundheitsrelevanter Arbeitsbedingungen einschließlich von Maßnahmen zur Förderung gesundheitsgerechten Verhaltens mit demselben Managementansatz.

Burnout-Prävention: Externe Mitarbeiterberatung als ergänzende Maßnahme

(21. März 2011) Jeder zweite Deutsche leidet unter Stress und Überforderung am Arbeitsplatz. Nicht selten gesellen sich auch private Probleme hinzu. Eine Externe Mitarbeiterberatung kann hierbei das Betriebliche Gesundheitsmanagement ergänzen.

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit – auf haufe.de werden Sie über die Problematik der psychischen Gesundheit auf den neuesten Stand gebracht. Folgen Sie auch den dort genannten Links. Es folgen einige Textitate:

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens „ServiceValue“ ist das allgemeine Wohlbefinden bei 59 Prozent der Arbeitnehmer durch die berufliche Situation beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass die Zahl psychischer Erkrankungen dem DAK-Gesundheitsreport 2010 zufolge einen neuen Höchststand erreicht hat.

Unternehmen sollten demnach ihr betriebliches Gesundheitsmanagement nicht allein auf die physische Gesundheit des Mitarbeiters ausrichten, sondern auch seine psychosoziale Verfassung ins Auge fassen. Maßnahmenpakete nach dem Gießkannenprinzip, die zuallererst der physischen Gesundheit dienen, verfehlen jedoch häufig ihre Wirkung.

Es sei entscheidend, dass der Mitarbeiter auch psychisch gesund ist und nicht durch Stress, Ärger, Überforderung oder private Probleme ausbrennt. Wenn es erst zum Burnout kommt, ist es bereits zu spät, der Mitarbeiter fällt über Monate aus und wird so auch zu einem Kostenfaktor, den Unternehmen nicht mehr ignorieren können.

DNBGF – Deutsches Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung

“Krankheitszeiten und Frühberentungen aufgrund psychischer Störungen sind in den letzten Jahren deutlich angestiegen, die damit verbundenen Kosten belaufen sich pro Jahr auf Beträge im zweistelligen Milliardenbereich. Trotz des vorhandenen, breiten Know-hows ist die Zahl der Unternehmen nach wie vor sehr begrenzt, die das Potenzial betrieblicher Strategien zur Gesundheitsförderung und Prävention für die Mitarbeiter wie auch für die eigene Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit erkennen und entsprechende Maßnahmen umsetzen.” Quelle: dnbgf.de

Lesen Sie die Handlungshilfe für Beschäftigte “Kein Stress mit dem Stress” (40 Seiten PDF-Dokument)
Weiterführende Literatur – recherchiert im Rahmen des INQA-Projektes psyGA – psychische Gesundheit in der Arbeitswelt. Hier finden Sie umfangreiches Materiel zum Download.

Firmeninterne Seminar-Angebote: BFG-Institut

Das zur AOK-Gruppe gehörende BGF-Institut verfügt über eine große Palette von Seminaren, von denen sich viele auch mit dem Thema geistige Gesundheit befassen. Stichworte: Resilienz (Unternehmen und Mitarbeiter robust machen für Veränderungen), Teamentwicklung, Mediation, Gesunde Gespräche, Konfliktmanagement, Stressmanagement, Mobbing, Alkoholsucht, Psychisch Erkrankte, Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten. Überblick und Einführung in die Themen. Das Angebot richtet sich auch an Firmen, die die Seminare in eigenen Räumlichkeiten durchführen wollen.

Gesundheitsförderung in der Schweiz

Von den Eidgenossen kann man über das Thema Stress am Arbeitsplatz viel lernen. Allerdings zeigt die u.g. Studie, dass die Beschäftigten in der Schweiz mit ihrem Arbeitsplatz im Schnitt viel zufriedener sind, als die der umliegenden Länder. Stark vereinfacht kann man sagen, die Menschen haben umso weniger Stress und auch weniger psychische Probleme, je stärker das subjektive Empfinden der Zufriedenheit ausgeprägt ist.

Monitoring zur psychischen Gesundheit – mit Fokus “Ältere Menschen” und “Stress am Arbeitsplatz” (71 Seiten PDF-Dokument)
Quelle: gesundheitsfoerderung.ch

Was kann der Einzelne tun?

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist nur die eine Seite der Medaille. Jeder Einzelne muss für sich die richtige Balance finden, sein Verhalten möglicherweise ändern, um wieder ins rechte Lot zurückzufinden, wie dieser Youtube-Videoclip zeigt:

Interview: VBG Gesundheitsmagazin – Die richtige Balance finden – Dr. Mathias Burisch
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=0U4st46GrNY&feature=player_embedded[/youtube]

Bei Burnout Arbeitspsychologen einschalten

(28. Oktober 2010) Burnout, Stress & Co. – Arbeitspsychologie im Betrieb. Fazit: Wer betrieblich auf die Profession der qualifizierten Arbeitspsychologen samt deren objektiv nachvollziehbarer Werkzeuge zurückgreift, hat nicht nur die Option zur psychischen Prävention vor sich sondern auch das Argument der nachhaltigen,arbeitsbezogenen Leistungssteigerung für sich.

Die Fakten liegen auf der Hand. Es geht nur gemeinsam

(10. August 2010) Gesundheitsförderung im Betrieb hat in Deutschland eine sehr lange Tradition. Arbeitsschutz und Unfallschutz schützen die Menschen vor Berufskrankheiten und Unfällen. Sie sind seit vielen Jahren eindeutig geregelt und bedürfen im Prinzip keiner weiteren Erörterung. Im Zuge der Diskussion über den demographischen Wandel ist allerdings eine weit reichender neuer Gesichtspunkt hinzugekommen:

Um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens abzusichern, bedarf es einer leistungsstarken, hoch motivierten Belegschaft, deren Durchschnittsalter ständig zunehmen wird.

Gemeinsam müssen Unternehmen und Belegschaft Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern. Ziel muss es sein, die Beschäftigten im Unternehmen zu halten, bis sie regulär in Rente gehen – bei passabler Gesundheit.

Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind übrigens nicht häufiger krank, als jüngere. Vielmehr ist es so, dass sie gleich häufig krank sind, allerdings dauert es naturgemäß etwas länger, bis die Älteren wieder gesund sind.

Die Pflichten des Einzelnen

(10. August 2010) Nach allgemeinem Verständnis ist es die Verantwortung jedes Einzelnen, sein Leben so zu ordnen, dass ein gesundes (berufliches) Altern möglich ist. Für den Konsum von Alkohol, Nikotin, fettigem Essen, für mangelnde Bewegung und ungesunde Lebensweise ist nicht die Gesellschaft oder das Unternehmen verantwortlich, sondern das Individuum. Unternehmen und Krankenkassen werden sicherlich bereit sein, Hilfestellung zu geben.

Die Pflichten des Unternehmens

(10. August 2010) Ganz anders liegt der Fall jedoch bei betrieblichen Themen wie z.B. Organisation der Arbeit, Arbeitsgestaltung, Mitarbeitereinsatz, Mitarbeiterführung und -Entwicklung. Hier ist es ohne jeden Zweifel die Pflicht eines jeden Unternehmens, Sorge zu tragen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch den Beruf nicht vorzeitig körperlich oder seelisch altern.

Fehlende Wertschätzung am Arbeitsplatz und Burnout

(14. Oktober 2010) Fehlende Wertschätzung am Arbeitsplatz begünstigt psychische Erkrankungen – Im Rahmen der Fachtagung „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ betonte Gesundheitsstaatssekretärin Melanie Huml (CSU), dass Belastung und Stress am Arbeitsplatz zunehme. Deshalb appellierte die bayerische Staatsregierung an die Arbeitgeber, mehr auf die psychische Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter im Betrieb zu achten. Lesen Sie mehr dazu…

Die Krankenkasse als Partner

Bei allen Fragen der psychischen Gesundheit ist Ihre Krankenkasse ein ebenso guter Partner, wie bei dem oft näher liegenden Thema der physischen Gesundheit. Dieser Umstand wird oft vergessen.

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One Response to Psychische Gesundheit

  1. Nadine Esch says:

    Ein erfolgreiches und gesundes Unternehmen entsteht nicht durch Zufall

    Guten Tag,

    mit großem Interesse verfolge ich Ihre Beiträge und frage mich ob für Sie und Ihre Leser vielleicht auch das psyGA Projekt von Interesse ist. PsyGA steht dabei für „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“. Zu diesem wichtigen und momentan intensiv diskutieren Thema stellt das Projekt über das Web-Portal http://www.psyga.info Wissenswertes und praxisorientierte Service-Angebote zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem:
    • Best practice Beispiele zum Gesundheitsmanagement aus der Unternehmenspraxis mit Handlungshilfen und Tipps (http://psyga.info/ihre-schritte/best-practice/).
    • Online-Tests zur frühzeitigen Problemerkennung für Führungskräfte und Mitarbeiter (http://psyga.info/ihre-schritte/problem-erkennen/).
    • Das psyGA Qualitätsmodell zur Förderung von psychischer Gesundheit in Unternehmen (http://psyga.info/ueber-psyga/qualitaetskriterien/).
    • Allein der psyGA-Praxisordner „Kein Stress mit dem Stress“ bündelt beispielsweise 200 konkrete Lösungsvorschläge und Tipps für Führungskräfte bzw. Unternehmen, wie die psychische Gesundheit von Beschäftigten durch einen gesundheitsgerechten Führungsstil gefördert werden kann.

    Sie können den Praxisordner als PDF unter folgendem Link herunterladen:
    http://psyga.info/ueber-psyga/materialien/psyga-material/praxisordner/
    ————————————————————————————————————————–

    INQA-Unternehmenscheck „Guter Mittelstand“ – auch als App
    TESTEN SIE SICH!
    Welche sind die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens? Spüren Sie Ihr Potenzial für Verbesserungen auf! Ein erfolgreiches und gesundes Unternehmen entsteht nicht durch Zufall. Der INQA-Unternehmenscheck „Guter Mittelstand“ unterstützt Sie dabei, Ihre Potenziale zu nutzen, Herausforderungen aktiv anzugehen und Krisen zu meistern.
    http://www.inqa-unternehmenscheck.de/check/daten/mittelstand/index.htm
    Auch als App: https://itunes.apple.com/de/app/inqa-unternehmenscheck/id525702147?mt=8&ign-mpt=uo%3D4

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