Was ist BGM/BGF?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
Definition – Begrifflichkeit – Strukturen - Ziele

[Diese Seite muss überarbeitet und übersichtlicher gemacht werden].

Was versteht man unter BGM und BGF? Im ersten Teil stütze ich mich auf Definitionen, die E. Wienemann bereits 2002 veröffentlichte: Dr. Elisabeth Wienemann, Referat zum 1. Kongress für betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz “Gesünder Arbeiten in Niedersachsen” in Braunschweig am 5. September 2002.

Im zweiten Teil finden Sie einen Text der Österreichischen Sozialversicherung. Weitere Literatur: “Bücher“.

BGM bedeutet: Bewusste Steuerung aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten.

Unter BGM versteht man ein umfassendes, ganzheitliches, integriertes Managementsystem, einschließlich wichtiger Elemente wie Organisation, Kommunikation, Motivation, Führung, Arbeitsplatzanalysen etc. – während unter BGF eher  Einzelmaßnahmen verstanden werden, etwa: Wir schaffen eine Fitnessecke, Rückenschule etc.

Mangels eines bislang noch fehlenden etablierten und anerkannten BGM-Systems (wie etwa das Qualitätsmanagement) werden die beiden Begriffe oft in einen Topf geworfen. In der Tat ziehen wir zwischen BGM und BGF keine allzu scharfe Trennlinie, zumal die meisten Publikationen BGF betreffen, bei genauerem Hinschauen aber BGM meinen.

Die Gesundheit der Beschäftigten ist ein strategischer Faktor, der Einfluss auf die Performance und das Image des Unternehmens hat.

BGM wird im Unternehmen ganzheitlich gesehen und bezieht Gesundheit in das Firmenleitbild, in die Führungskultur und in alle Strukturen und Prozesse ein.

BGM blickt in Deutschland  auf eine lange Entwicklung zurück:

  • 1884 Unfallversicherungsgesetz
  • Um 1900 Alkoholprävention im Betrieb
  • 1911 Reichsversicherungsordnung
  • 1970er Jahre Lean Management und Qualitätsmanagement
  • 1988 Betriebliche Gesundheitsförderung
  • 1990er Jahre Gesundheitsmanagement, Human-Resources-Management
  • 1996 Arbeitsschutzgesetz
  • 1997 Luxemburger Deklaration

BGM ist ein integriertes Modell:

Krankenkassen – Unfallversicherung – Gewerbeaufsicht – Berufsgenossenschaft – Gewerkschaften – Arbeitgeberverbände – Unternehmensleitung – Personalleitung – Betriebsrat/Personalrat – Betriebsarzt – Sicherheitsfachkräfte – Frauenbeauftragte – Schwerbehindertenvertretung – Aus- und Fortbildung – betrieblicher Umweltschutz

BGM: Verantwortung der obersten Leitung

BGM im Betrieb erfordert eine angemessene Struktur: Lenkungsgruppe Gesundheit

Lenkungsgruppe Gesundheit koordiniert die Institutionalisierung von BGM im Betrieb, Gesundheitszirkel

BGM erfordert interdisziplinäre Kooperation

Lenkungsgruppe Gesundheit gestaltet die Schnittstellen und die Kooperation der betrieblichen Fachbereiche und arbeitet mit Interessenvertretungen zusammen

Lenkungsgruppe Gesundheit bereitet die notwendigen Vereinbarungen vor

BGM geht über Arbeitsschutz und Unfallschutz hinaus, legt Wert auf die gesundheitsförderliche Gestaltung der  Arbeitsbedingungen, unter aktiver Beteiligung der Beschäftigten.

BGM gibt eine Orientierung für das Verhalten der Beschäftigten – vor allem der Führungskräfte – das Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden fördert.

BGM übernimmt die Verantwortung für zielgerichtete Maßnahmen, Umsetzung im Betrieb, Überprüfung der Wirksamkeit (Evaluierung Qualitätsmanagement)

BGM bedeutet die Aufwertung des Faktors “Gesundheit” im Unternehmen und in der Gesellschaft

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Die Begriffe betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) sind in weiten Teilen deckungsgleich. Weitergehende Definitionen, Literatur und Links finden Sie hier:

Wikipedia Betriebliches Gesundheitsmanagement
Wikipedia Betriebliche Gesundheitsförderung

Bruchsal, 22. Januar 2011/Dieter Müller

Österreichische Sozialversicherung:
Warum eigentlich Gesundheitsförderung?

Quelle: Österreichische Sozialversicherung sozialversicherung.at

Die betriebliche Gesundheitsförderung lohnt sich im gleichen Maße für die Beschäftigten wie für das Unternehmen: Die einen möchten gesund bleiben und sich wohlfühlen, die anderen möchten mit gesunden und damit leistungsfähigen MitarbeiterInnen im Wettbewerb bestehen.

Diese moderne Unternehmensstrategie zielt darauf ab, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen, Motivation und Leistungsfähigkeit der Bediensteten zu erhöhen und so die Produktivität und Qualität zu sichern oder zu steigern.

Betriebliche Gesundheitsförderung kann gezielt Arbeitsbelastungen verringern und gesundheitsfördernde Verhaltensweisen der Beschäftigten stärken.

Erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung gleicht einem Lernzyklus, der Bedarfserhebung, Konzeption, Maßnahmenumsetzung und Erfolgskontrolle umfasst.

Betriebliche Gesundheitsförderung – Eine ganzheitliche Unternehmensstrategie

Betriebliche Gesundheitsförderung umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden:

  • Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen
  • Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung
  • Stärkung persönlicher Kompetenzen.

So ist es nachzulesen in der 1997 definierten Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union. Diese Deklaration wurde von allen Mitgliedern des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung anläßlich ihres Treffens vom 27. bis 28. November 1997 in Luxemburg verabschiedet und im Juni 2005 aktualisiert. Zu den Unterzeichnern gehören u.a. Airbus, Axel Springer, BASF, Bertelsmann, BMW, Carl Zeiss, Continental, Daimler, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Dr. August Oetker, E.ON, Fraport, Henkel, Heraeus, IBM, Justizvollzugsanstalt Rohrbach, Kaufhof, Kreisverwaltung Düren, Landeshauptstadt Stuttgart, Landratsamt Rems-Murr-Kreis, Metro, Michelin, REWE, Robert Bosch, RWE, Salzgitter, SAP, Siemens, Stadt Mainz, Stora, ThyssenKrupp, TUI, Unilever, Volkswagen, Wacker-Chemie.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist eine moderne Unternehmensstrategie mit dem Ziel, Krankheiten am Arbeitplatz vorzubeugen, Gesundheit zu stärken und das Wohlbefinden der MitarbeiterInnen zu verbessern. BGF nimmt Arbeitsbelastungen jeglicher Art unter die Lupe. Beschäftigte und UnternehmerInnen haben dabei ein gemeinsames Interesse. Die einen wollen gesund bleiben und sich im betrieblichen Umfeld wohl fühlen, die anderen mit gesunden und damit leistungsfähigen MitarbeiterInnen im Wettbewerb bestehen. Dies schafft eine Situation, bei der sich beide Seiten als Gewinner fühlen dürfen.

BGF lohnt sich für das Unternehmen durch:

  • Erhöhte Arbeitszufriedenheit und Arbeitsproduktivität
  • Gesteigerte Produkt- und Dienstleistungsqualität
  • Verbesserte betriebliche Kommunikation und Kooperation
  • Langfristige Senkung von Krankheitskosten
  • Imageaufwertung für das Unternehmen

BGF schafft Vorteile hinsichtlich Arbeits- und Lebensqualität durch:

  • Weniger Arbeitsbelastung
  • Verringerte gesundheitliche Beschwerden
  • Gesteigertes Wohlbefinden
  • Besseres Betriebsklima
  • Gesünderes Verhalten in Betrieb und Freizeit

Betriebliche Gesundheitsförderung in Österreich

(3. Januar 2012) Voraussetzungen, Grundprinzipien, Methoden, Umsetzungsbeispiele, Qualität. Auf dieser Seite bekommen Sie eine prägnante Darstellung von BGF aus der Sicht des österreichischen Bundesministerium für Gesundheit.

Leitbegriffe der Gesundheitsförderung

(1. November 2011) Thema: Einigung auf gemeinsame Begrifflichkeit. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA informiert. Speziell zum Stichwort Gesundheitsförderung im Betrieb.

Qualitätsinitiative Betriebliches Gesundheitsmanagement

(8. März 2011) Ein führendes deutsches Zertifizierungsunternehmen: TÜV NORD bietet die Auditierung des BGM-Systems Ihres Unternehmens an. Lesen Sie hier die Einzelheiten.

Lesen Sie den ursprünglichen Text:

(22. Januar 2011/DM) In den Bereichen Qualität, Arbeits- und Umweltschutz gibt es seit langem eindeutige Normen und Standards, auf deren Grundlage von anerkannten, unabhängigen Bewertungsstellen Zertifizierungen erteilt werden. Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement dagegen gibt es bislang kein zertifizierungsfähiges BGM-System, keinen allgemein akzeptierten Standard.

Es gibt bereits Unternehmen, die ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) als einen wichtigen Bestandteil der Unternehmenssteuerung integriert haben und die Notwendigkeit eines zertifizierungsfähigen Systems sehen. Es gibt die Möglichkeit, eine Kampagne für ein Betriebliches Gesundheitsmanagementsystem auf Basis eines akkreditierten Zertifizierungsverfahrens zu unterstützen. Die Unterzeichnerkampagne endete am 15. Februar 2011. Weitere Details erfahren Sie bei der BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH, einem führenden Anbieter bei Arbeitsschutz, Sicherheit, Gesundheit, Personal (kommerzielles Angebot, bitte selbst prüfen).

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